Klotzen, nicht kleckern! Frei nach diesem Motto könnte man das momentane Handeln der EU bezeichnen. Nachdem wichtige Geldgeber aus der Privatwirtschaft für Galileo abgesprungen sind, muss der Steuerzahler herhalten. Denn die fehlenden 2,4 Milliarden Euro werden jetzt zum Teil von Steuergeldern und zum anderen Teil aus nicht verbrauchten Agrarmitteln verwendet, wie am Freitag beim Budgettreffen der Finanzminister beschlossen wurde. Auch Österreich stimmte für diese Lösung.
Galileo, ein neues Ortungssystem, besser: Das europäische Pendant zum amerikanischen GPS, welches ein jeder mit Navigationssystem im Auto benötigt, sorgte dieser Tage in Brüssel für Turbulenzen. Nachdem ursprünglich geplant war, dass die EU-Kommission eine Milliarde Euro zusteuert und die restlichen 2,4 Milliarden aus privaten Konzernen zufließen, sprangen diese aber vom Vorhaben aus Gründen der Rentabilität ab.
Bis Mitternacht mussten die armen Finanzminister „schuften“.
Wie man dieser Tage aus der Zeitung liest, hat man in Brüssel bis Mitternacht gebraucht um eine Lösung zu finden. Ob es die beste war, wage ich zu bezweifeln. Denn als das Projekt schon vor dem praktischen Aus stand, kam man plötzlich auf die Idee uns EU-Bürger doch freundlicherweise in das Luftschloss einzubinden. 1,6 Milliarden Euro kommen immerhin großzügigerweise von nicht verbrauchten Agrarmitteln, sprich: Galileo wird ein teurer Traktor.
Der Rest wird von EU-Steuergeldern abgezweigt. Als EU-Bürger darf man sich also auf 2011 freuen, wenn das Projekt in Dienst geht und der eigene Satellit auf einen herunterlächelt, wenn er es denn bis in den Weltraum schafft. Danke, Herr Matznetter!
Man erinnere sich an Beagle 2 zurück; am 2. Juni mit einer Sojus-Rakete gestartet, am 25. Dezember abgestürzt und am 11. Februar für verloren erklärt. Damals flossen aber nur 30 Millionen Euro aus der Spardose, außerdem war es eine private Mission aus England.